Ehrenmitgliedschaft für Dr. Wolfgang G. Müller

Eigentlich werden bei der Stadtkapelle Ehrungen im Rahmen des Familienkonzertes im Frühjahr vorgenommen. Da die Chrysanthemengala aber zum letzten Mal unter der Schirmherrschaft von OB Dr. Müller stand (er geht zum 01.11.2019 in den Ruhestand) hatte sich die Vorstandschaft zu diesem ungewöhnlichen Ort und Zeitpunkt entschlossen.

In seiner Laudatio sagte der Vorstandsvorsitzende Christopher Büttner, dass Dr. Müller in seiner Amtszeit als Oberbürgermeister der Stadt Lahr immer „ein offenes Ohr“ für die Anliegen der Stadtkapelle gehabt habe. Besonders lobte er die Unterstützung und Hilfe von Dr. Müller beim Lichterfest, bei dem die Stadt Lahr als Mitveranstalter auftritt.

Die Stadtkapelle Lahr e.V. hat aktuell 14 Ehrenmitglieder. Dr. Wolfgang G. Müller ist erst die Dritte Persönlichkeit, die auf Grund ihrer besonderen Verdienste um den Verein zum Ehrenmitglied ernannt wurde ohne vorher Mitglied im Verein gewesen zu sein.

Foto : Tobias Fiedler; Stadtkapelle

Zauberhafte musikalische Momente

Artikel von Wolfgang Beck aus der Badischen Zeitung von Dienstag, 15.10.2019

Die Chrysanthemen-Gala der Lahrer Stadtkapelle faszinierte am Sonntagabend im Parktheater das Publikum.

Foto : Tobias Fiedler; Stadtkapelle

Die musikalischen Momente, mit denen die Stadtkapelle Lahr am Sonntag mit einer Konzertgala etwa 700 Zuhörerinnen und Zuhörer im Parktheater auf das dreiwöchige Blumen- und Kulturfestival einstimmte, hätten in ihrer musikalischen Vielfalt nicht faszinierender sein können: Die Stadtkapelle tauchte mit ihren 70 Blasmusikern in eine wundervolle Klangwelt ein. Dirigent Nicholas Reed demonstrierte mit dem Höchststufenorchester sinfonische Blasmusik auf höchstem Niveau und begeisterte mit einer zweistündigen Konzert-Gala das Publikum.

„Da blüht dir was“ hieß es in Lettern über den Musikerinnen und Musikern, die bei der Gala nicht mit Bildern von der Blumenschau und mit Erinnerungen vom Konzertbesuch in Liverpool geizten. „Wir waren auch Chrysanthemenkönigin“ verriet Moderator Michael Moser und verabschiedete Chrysanthemenkönigin Sonja, die im Blasorchester mitspielte.

Starken Beifall gab es den ganzen Konzertabend über für die Leistung der Blaskapelle und für deren Dirigenten Nicholas Reed, der bereits zum Auftakt mit dem furiosen Stück „The Hounds of Spring“ (des Frühlings Hunde) von Alfred Reed das Publikum begeisterte. Kompositionen von den Grünen Insel liegen dem englischen Musikpädagogen, wie die Zuhörerinnen und Zuhörer im weiteren Verlauf erfahren durften. So war der zweite Musiktitel „Irish Tune from County Derry“ ein kunstvoller Griff in die Auswahl englischer Partituren über irische Volksmusik, die das Orchester bravourös spielte. Inspiriert wurde der Auftritt durch die Konzertreise der Stadtkapelle nach Liverpool. Es klang so gefühlvoll, als würde das Publikum dem Auftritt des Blasorchesters in der Kathedrale in Liverpool beiwohnen, meinte ein Besucher in der Pause.

Mit der „Second Suite in F“ wählte Reed ein weiteres Paradebeispiel englischer Musik aus, das Gustav Holst komponierte und in dessen Abfolge von der Militärmusik über Marsch und Walzer so ziemlich die ganze Mixtur der eingesetzten Instrumente zu hören war. Die Vielfalt begeisterte, das Stakkato und die hämmernden Töne eines Hufschmieds ebenso wie der metallene Schlussklang am Amboss, der hörbar in Szene gesetzt wurde. Dem standen die Fantasien der Suite in F im Schlussteil nicht nach, die vom Saxophon mit weichem Klang übernommen wurde und an einen heiteren Tanz irgendwo auf einer Blumenwiese in Lahr oder anderswo erinnerte.

Musikalisch zu den Ur-Kontinenten
Die zweite Hälfte der Chrysanthema-Gala entführte das Publikum zu den Ur-Kontinenten der Menschheitsgeschichte. „At the Break of Gondawana“ hieß das Stück, das viel Mystik verriet, die mit dumpfen und brodelnden Lauten daher kam. Das Gondwana, das Benjamin Yeo komponierte, erinnerte an die Schöpfungsgeschichte, die mit geheimnisvollen Sphärenklängen unterlegt wurde und auch in der Video-Wandprojektion im Parktheater als ideale Ergänzung zum musikalischen Auftritt diente. Lebendigkeit, Heiterkeit und Emotionalität – sie brillierten in der sinfonischen Blasmusik am Sonntag genauso wie am Dirigentenpult oder beim Solo-Auftritt „The Green Hill“ von Bernd Oswald, der in der Jugend am Tenorhorn von Joachim Volks ausgebildet wurde, mehrfacher Bundespreisträger ist, als Posaunist beim Heeresmusikkorps spielt und am Sonntag am Euphonium einen ganz besonderen Galaauftritt musikalischer Perfektion hinlegte.

Nach einem Small-Talk zwischen vergangener und künftiger Chrysanthemenkönigin, dem musikalischen Finale des Filmklassikers „Krieg der Sterne“ und einem flotten Konzertmarsch wurde Oberbürgermeister Wolfgang G. Müller zum Ehrenmitglied der Stadtkapelle ernannt. Mit vier Titeln von Frank Sinatra gab es eine besonders lange musikalische Zugabe für das scheidende Stadtoberhaupt, die das Publikum mit lautstarkem Beifall quittierte.

Chrysanthemengala

Mit einer stimmungsvollen Gala wird die Stadtkapelle Lahr am Sonntag, 13. Oktober, ab 18:00 Uhr im Parktheater Lahr auf die Chrysanthema einstimmen. Nicholas Reed, der musikalische Leiter der Stadtkapelle, hat mit seinen Musikerninnen und Musikern ein Programm vorbereitet, das den Zuhörern im Parktheater „zauberhafte Momente“ verspricht.

Auf dem Programm stehen unter anderem die „Second Suite in F“ von Gustav Holst, und „At the Break of Gondwana“ des singapurischen Komponisten Benjamin Yeo. Der Solist des Konzertabends ist Bernd Oswald. Mit dem Solo für Euphonium und Blasorchester von Bert Appermont führt die Stadtkapelle die Zuhörer in die Welt der keltischer Musik, in der alle Facetten des Euphoniums zur Geltung kommen.

Das Konzert findet in Zusammenarbeit mit der Stadt Lahr und der Sparkasse Ortenau statt und steht unter der Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Dr. Wolfgang G. Müller. Der Eintritt für das Konzert ist frei.

Spenden am Ausgang kommen der Jugendarbeit der Stadtkapelle zu Gute.